Wenn es darum geht Spieler langfristig an ein Multiplayer-Spiel zu binden so hat Blizzard wohl den meisten anderen Spieleentwicklern etwas vorraus. Wenn man es speziell auf Strategiespiele bezieht, dann ist ihr Erfolgsrezept wohl die nahezu perfekte Balance zwischen den Einheiten und natürlich die benutzerfreundliche Steuerung und, was vielleicht auch indirekt etwas mit der Balance zu tun hat, die Fehlerfreiheit. Dieser Erfolg geht auf die recht langen Beta-Phasen zurück in denen das Spiel auf jeglich mögliche auftretende Fehler untersucht wird, was die meisten anderen Entwickler nicht als so wichtig und kostspielig ansehen. Doch was ist die Konsequenz daraus? Spiele wie Counter-Strike: Source kommen auf den Markt mit unzähligen Bugs die in den ersten Monaten den Spielspaß zerstörten und es gab auch in der Anfangszeit noch nicht einmal ein Anti-Cheat Programm. Dies führte zur Unbeliebtheit des Spiels und den bis heute anhaltenden Vorurteilen und letztendlich auch dazu, dass die meisten bei Counter-Strike 1.6 geblieben sind. Ist es also wirklich ratsam Millionen in ein neues Spiel zu investieren um die Spieler dann in der Anfangszeit als "Versuchskaninchen" zu vergraulen? Schließlich kostet die Entwicklung von Patches im nachhinein auch genauso viel Zeit und Geld. Man erspart sich damit nur die Unterhaltung von Beta-Testern zum Leidtragen der Spieler, welche hingegen schnell das Interesse an einem verbuggtem Spiel verlieren. So könnte es nun auch Unreal Tournament 3 ergehen. Epic hat scheinbar immernoch nichts aus ihren Fehlern gelernt und bereits in der Demo ist das Scoreboard wieder so verbuggt wie in allen Teilen zuvor. Aber auch größere Fehler schlichen sich in das Spiel ein. So beklagen sich viele Spieler über Abstürze, der Linux-Server funktioniert beinahe garnicht und viele kleine Details wie das fehlen eines Anti-Cheats Programms und das teilweise ungelungene Balancing führen zu Frust. Es bleibt spannend abzuwarten ob all dies noch bis zum Release behoben werden kann oder uns ein Jahr voller Patchs erwartet. Letzteres ist leider wahrscheinlicher.. Natürlich wird sich das Spiel immernoch höchst wahrscheinlich sehr gut verkaufen, aber ob dann eine langlebige Community wie bei Spielen wie z.B. Warcraft 3, Starcraft oder World of Warcraft ensteht ist unrealistisch. So sitzen die Entwickler auf ihrem Geld und die Spieler schauen verärgert in die Geldbörse und das ausgegebene Geld für ein fehlerhaftes Spiel. Das ist der Kreislauf der scheinbar nie durchbrochen werden kann, denn die Entwickler scheint dies nicht zu interessieren. Es ist schade, dass wir uns mit technisch veralteten und damit optisch nicht mehr wirklich ansprechenden Spielen wie Counter-Strike 1.6 und Starcraft herumplagen müssen. Denn eine gute Präsentation würde den eSport sicherlich auch zu einem Aufschwung im Ansehen in der Öffentlichkeit verhelfen. |